Ein Foto für den perfekten Klang: Technik-Trends 2018

Ein Foto für den perfekten Klang: Technik-Trends 2018
"Vaunt", die neue AR-Brille von Intel. Quelle: The Verge, http://bit.ly/2nDU0j5

Das erste Quartal des neuen Jahres ist schon fast geschafft – Zeit, sich die Produkte und Prototypen, die seitdem auf dem Markt sind, einmal genauer anzuschauen. Welche Trends zeichnen sich ab? Ein subjektiv ausgewählter Einblick in die Technik-Welt von 2018.

Zum ersten Quartalsende 2018 werfen wir einen Blick zurück: Welche Produkte wurden in den vergangenen drei Monaten veröffentlicht? Zeichnet sich schon jetzt ein Technik-Trend ab? Um die Antwort vorwegzunehmen: Ja! Denn auch wenn die Entwicklung im VR-Bereich nicht still steht (die neue VIVE Pro ist hierfür ein gutes Beispiel), geht der Trend stark zu Augmented Reality, vorzugsweise über eine Daten-Brille. Welche Hersteller und Firmen momentan in dem Bereich mitmischen und was es sonst noch so gab – hier ein kleiner (und subjektiv ausgewählter) Einblick in die Technik-Welt 2018.

 

ARCore: Google zieht nach

Tango ist tot – nachdem sich Google Ende letzten Jahres dazu entschieden hatte, den Support für das erste AR-Projekt komplett einzustellen, musste natürlich schnell eine Alternative her. Mit dem SDK ARCore steht der Nachfolger bereits in den Startlöchern: Offiziell vorgestellt wurde es auf dem diesjährigen Mobile World Congress (MWC) Ende Februar in Barcelona. Namentlich orientiert sich Google recht deutlich am Konkurrenten Apple, der sein Entwickler-Tool ARKit bereits im Herbst 2017 veröffentlicht hat, aber dies sei nur ein kleiner Hinweis am Rande. Ab sofort läuft ARCore nun auf 13 Smartphones, darunter das Google Pixel oder das Samsung Galaxy S8 – alles Android-Geräte, versteht sich.

Entwickler können sich das SDK bereits herunterladen. Entsprechende Apps, die damit erstellt worden sind, sollen in den nächsten Wochen im Play Store zu finden sein. Einen Überblick über alle technischen Daten liefert Google direkt auf seiner Developer-Seite, einen visuellen Eindruck von dem, was Google verspricht, seht ihr hier:

 

THX: KI und 3D-Sound finden zueinander

Ein Foto für den perfekten Klang? Klingt komisch – will das 1983 von George Lucas gegründete Unternehmen THX aber umgesetzt haben. Auf dem MWC in Barcelona hat das Unternehmen eine End-to-End-Lösung für personalisierten Raumklang auf Grundlage von MPEG-H vorgestellt. Personalisiert deswegen, da jedes Ortungs- und Lokalisationssystem im Ohr, über das auch der Schall wahrgenommen wird, von Mensch zu Mensch unterschiedlich ist. Verantwortlich dafür sind die jeweiligen Abstände von Ohr zu Ohr, die Kopfgröße und die Form des Ohres. Diese sogenannte Head Related Transfer Function (HRTF) wird sonst individuell und aufwendig vermessen – nun soll ein Foto des Ohres genügen, den perfekten Spatial Sound für sich selbst zu generieren. Den Rest erledigt eine künstliche Intelligenz, wie es THX auf seiner Homepage beschreibt.

Die Redaktion von Heise online hat den Test gemacht und die Spatial Audio-Lösung von THX selbst ausprobiert. Nach rund einer halben Minute, nachdem der Redakteur ein Handy-Foto seines Ohrs in die Cloud geladen hatte, stand die Berechnung seines „Ohr-Profils“ bereits fest. Dieses wurde in ein Audio-Programm eingespeist, das wiederum Musik aus elf virtuellen Lautsprechern erklingen ließ.
Klanglich gibt es Lob – insbesondere, da man auch auf eine allgemeine HRTF wechseln kann, die laut THX Industriestandard entspricht. Hier höre man laut Heise online einen großen Unterschied. Ob dieser Standard allerdings tatsächlich Standard ist, konnten die Redakteure nicht feststellen – die Kontrolle lag komplett bei THX. Man darf sich also auf weitere Reviews freuen.

Einblick in die MWC 2018 in Barcelona. Quelle: MWC, http://bit.ly/2dY4UfV

 

Intels AR-Brille: Daten direkt ins Auge

Eine AR-Brille, die wie eine „normale“ Brille aussieht – ein klarer Vorteil für den User. Doch nicht nur aus ästhetischen Gründen ist die „Vaunt“ von Intel interessant. Technisch gesehen besitzt sie weder Display, Kamera noch Lautsprecher – und soll es wohl dennoch schaffen, den Träger mit Informationen zu versorgen. Das Geheimnis liegt in dem Laser-Projektor, genauer in einem „Vertical-cavity surface-emitting laser“ (VCSEL), oder auf Deutsch einem „Oberflächenemittierender Laser mit vertikalem Resonator“. Macht nichts, wenn man das nicht versteht. Fakt ist jedenfalls, dass dieser Laser-Projektor die Informationen direkt auf das rechte Auge projiziert. Das Bild, das dabei ensteht, ist zwar noch recht simpel und monochrom rot, passt sich allerdings dank eingebautem gyroskopischen Sensor den Kopfbewegungen an.

„Vaunt“ benötigt für das Abrufen der Informationen ein Smartphone mit einer entsprechender App. Wann die Brille samt App auf den Markt kommt, ist noch nicht sicher. Das amerikanische Mediennetzwerk The Verge durfte das Produkt Anfang des Jahres zumindest schon einmal testen:

 

Bose: Sprechende Statuen dank Audio AR

Normalerweise denkt man bei dem Begriff Augmented Reality an eine visuell sichtbare Überlagerung der Realität. Bose definiert das allerdings ein bisschen anders und setzt auf eine auditive Vermittlung von Daten. Wie das geht? Auf der im März stattfindenden Fachausstellung South by Southwest (SXSW) in Austin, Texas, hat Bose einen ersten Prototypen seiner Brille vorgestellt. Blickt der Nutzer durch die Gläser auf eine Sehenswürdigkeit, ein Restaurant oder ein Straßenschild und tippt dabei zwei Mal auf den Bügel, so ertönt eine digitale Stimme mit weiteren Informationen und Hinweisen. Konkreter: Bose sieht Anwendungsfelder im Tourismus, Lernen oder in der Navigation, wie der Hersteller in seiner offiziellen Pressemitteilung beschreibt. Betrachtet man eine Statue, könnte eine historische Rede der entsprechenden Person über die kleinen Lautsprecher der Brille tönen – blickt man in den Himmel, erhält man Informationen zum Wetter. Mögliche Szenarien gibt es viele.

Voraussetzung ist allerdings, wie schon bei „Vaunt“ von Intel, eine Vernetzung mit dem eigenen Smartphone und einer entsprechenden App. Nur so kann gewährleistet werden, dass die Brille exakt weiß, wo man sich als User befindet. Die GPS-Daten des Smartphones werden somit direkt an die Brille weitergegeben.
Bevor die AR-Brille im Sommer als Entwickler-Version verfügbar sein soll, hat sich das Blog-Netzwerk Engadget das Produkt vorab einmal genauer angesehen:

 

Annette Thoma
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